Gebäudeprogramm: Schulthess Klinik
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Die Schulthess Klinik an der Lengghalde in Zürich nutzt ab Sommer 2027 Seewasserenergie zum Heizen und Kühlen.

23.10.2026
Publireportage: Bundesamt für Energie BFE / PW

Nachhaltige Energie vom Zürichsee

Die Schulthess Klinik an der Lengghalde in Zürich ist ein Ort, an dem Verlässlichkeit zählt: Krankenhäuser benötigen enorme Mengen an Wärme und Kälte, wobei Ausfälle keine Option sind. Um diese Versorgung künftig ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu gestalten, geht die Schulthess Klinik den Weg ohne fossile Brennstoffe und setzt im Rahmen des Gesundheitsclusters Lengg auf die natürliche Energie des Zürichsees.

Synergien im Quartier: Ein Verbund für mehr Nachhaltigkeit
Der entscheidende Impuls für dieses Grossprojekt war die Erkenntnis, dass die energetische Transformation am besten gemeinsam gelingt. Durch die räumliche Nähe der Institutionen im Quartier Lengg entstand ein Energieverbund, zu dem neben der Schulthess Klinik auch die Universitätsklinik Balgrist, die Klinik Hirslanden, das Kinderspital Zürich und weitere in der Umgebung gehören. Dieser Zusammenschluss ermöglicht es, eine Infrastruktur zu nutzen, die für eine einzelne Klinik kaum realisierbar wäre.

Laufende Arbeiten an der klinikeigenen Energiezentrale.

Laufende Arbeiten an der klinikeigenen Energiezentrale.

2025 erfolgte die energetische Sanierung eines 700 m² grossen Flachdachs, auf dem später eine Photovoltaik-Anlage installiert werden soll.

2025 erfolgte die energetische Sanierung eines 700 m² grossen Flachdachs, auf dem später eine Photovoltaik-Anlage installiert werden soll.

Die Kraft des Sees
Das Herzstück des Projekts ist die Nutzung von Seewasserenergie. In rund 30 Metern Tiefe wird dem Zürichsee Wasser entnommen und zu einer unterirdischen Seewasserzentrale am Ufer geleitet. Über Wärmetauscher wird die gewonnene Energie an ein rund 3,5 Kilometer langes Anergie-Netz übertragen. In diesem unterirdischen Kreislauf fliesst das Wasser mit einer Temperatur zwischen 4 und 9 °C durch – eine ideale Basis, um sowohl zu kühlen als auch zu wärmen.

In der Energiezentrale der Schulthess Klinik wird diese Anergie mittels Wärmepumpen und Kälteanlagen veredelt. Für den Klinikalltag sind Leistungen von rund 950 kW für Wärme und Warmwasser sowie 1200 kW für Kälte notwendig. Damit die Versorgungssicherheit – die oberste Priorität im Klinikbetrieb – jederzeit garantiert ist, bleibt das bestehende System als Redundanz erhalten: Die Gasheizung und die alten Kälteanlagen dienen künftig als Sicherheits-Backup in Notfällen.

 

Präzisionsarbeit im laufenden Klinikbetrieb
Der Umbau erfolgt im laufenden Betrieb, denn Wärme und Kälte müssen für Operations-Säle und Patientenzimmer jederzeit und ohne Unterbruch verfügbar bleiben.

Seit 2023 läuft der Bau der Seewasserzentrale, im Juni 2025 starteten die Arbeiten an der klinikeigenen Energiezentrale. Ein wichtiger Meilenstein wurde zudem bereits 2025 mit der energetischen Sanierung eines 700 m² grossen Flachdachs erreicht, auf dem später eine Photovoltaik-Anlage installiert werden soll. Ab Sommer 2027 soll schliesslich die erste erneuerbare Energie aus dem See durch die Leitungen fliessen.

 

Ein Modell mit Signalwirkung
Das Projekt wird im Contracting-Modell mit Energie 360° umgesetzt und durch Fördergelder des Gebäudeprogramms unterstützt, welche das Projekt mit etwa 7 % der gesamten Bausumme mitfinanzieren.

Die Wirkung des Projekts ist beachtlich: Allein die Schulthess Klinik wird ihren CO2-Ausstoss um rund 460 Tonnen pro Jahr reduzieren. Damit ist der Energieverbund Lengg ein gutes Beispiel für die Energiestrategie der Schweiz. Es zeigt auf, wie durch starke Zusammenarbeit, klare Rollenverteilung und technologische Lösungen eine klimafreundliche Zukunft möglich wird.

 

Mehr Informationen zum Gebäudeprogramm und den Fördergeldern findet man auf der folgenden Website:

dasgebaeudeprogramm.ch


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