
Firmensitz der tiventa AG in Küttigen AG.
tiventa AG, Condair AG, Peter Warthmann
Tradition und Zukunft: kein Widerspruch
Die Luftfeuchte ist ein wichtiger Bestandteil unserer Atemluft oder der Innenraumluft. Am heurigen tiventag der Lüftungsreinigungsfirma tiventa AG im aargauischen Küttigen AG referierte Werner Adler von der Condair AG über Luftbefeuchtung und hygroskopische Materialien.
Die tiventa AG verfügt über erfahrene Fachleute, moderne Ausrüstung und umfangreiches Fachwissen im Bereich der Lüftungshygiene und der Lüftungsreinigung. Alljährlich werden Kunden und Partner zum Wissensaustausch und Netzwerken unter Fachleuten eingeladen. Der tiventag 2026 war gut besucht. Über 80 Gäste kamen nach Küttigen.
Geschäftsübergabe 2025
Jasmin und Rafael Tischhauser haben im Jahr 2025 das Geschäft von ihren Eltern Peter und Mirjam Tischhauser übernommen. Diese haben 1990 zusammen ein Kaminfeger-Unternehmen gegründet und im Jahr 2007 dann die tiventa AG. Nächstes Jahr feiert die erfolgreiche Lüftungsreinigungsfirma also ihr 20-Jahr-Jubiläum. Der Hauptsitz ist in Küttigen AG, Filialen bestehen in den Kantonen BE, FR, GR, SZ und ZH. Aktuell gehören 42 Mitarbeitende zur Firma tiventa AG.
In ihrem Vortrag «Tradition und Zukunft sind kein Widerspruch» berichteten die zwei jungen Co-Geschäftsführenden von der intensiv durchlebten Übergangszeit. Eine Erkenntnis: Zusammenarbeit mit Profis lohnt sich! Die Übergabe scheint gelungen. Die beiden konnten über diverse laufende Entwicklungen informieren. So sind für die effiziente Auftragsabwicklung geplant: tiventa App (ab 2027), digitaler Rapport (nach dem Einsatz sofort verfügbar, kein Papierkram), KI-gestützte Dokumentation (KI erkennt Vorher/Nachher-Fotos von Lüftungsanlagen automatisch, kombiniert diese und erstellt die Dokumentation, auch bei Grossprojekten in Minuten), sowie kundenspezifische Online-Checklisten (helfen den Technikern, bei jedem Einsatz an alles zu denken für mehr Qualität und weniger Lücken).
Luftbefeuchtung
Als Fachreferent trat dieses Jahr Werner Adler von der Condair AG auf. Zu trockene Luft ist beim Arbeiten und Wohnen sowie in vielen verschiedenen Branchen eine zeitweise oder dauernde Herausforderung, die mit professioneller Befeuchtung gemeistert werden kann.
Gründe für zu trockene Luft
Im Sommer haben wir kein Trockenheitsproblem in Innenräumen, weil in Wohn- oder Arbeitsräumen die Innen- und Aussentemperatur ähnlich sind. Beim Lüften ändert sich die relative Feuchte r. F. in % nicht stark.
Im Winter hingegen erwärmt sich durch Lüften eingebrachte Aussenluft und ihre relative Feuchte sinkt. Zahlenbeispiel: Wenn Aussenluft von 0 °C (53 % r.F., 2 g/kg absolute Feuchte) im Raum erwärmt wird auf 20 °C, so sinkt die relative Feuchte auf 14 % r. F.
Um die optimale gesunde Raumluftfeuchte r.F. von 40-60 % in Innenräumen zu erreichen, muss man deshalb in der Winterzeit befeuchten. Im Winter bewirkt also mehr lüften tendenziell trockenere Luft. Das moderne Wohnen führt zusätzlich zu trockener Luft:
- Die zunehmende erhöhte Wohnfläche pro Person reduziert die im Haus durch atmen, duschen und kochen erzeugte Feuchte pro m2
- Menschen verbringen immer weniger Zeit zuhause (sind unterwegs, Essen auswärts, duschen im Fitness-Studio, lange Bürozeiten), es wird also weniger Feuchte produziert in der Wohnung (Das «trockene Schwitzen» liefert bei Anwesenheit 2 Liter Feuchte pro Person und Tag)
- Die heutigen Innenraum-Temperaturen sind gegenüber früher zunehmend. Je höher die Raumtemperatur, desto niedriger ist die relative Feuchte r. F. in %
- Ist eine Lüftung vorhanden, führt diese die Feuchte kontinuierlich ab, verschärft durch oft zu hohe unnötige Luftvolumen
Die propagierte gesunde Raumluftfeuchte zwischen 40 und 60 % r. F. reduziert die Verbreitung von Viren, schützt vor trockenen Augen, schont die Stimmbänder und schützt vor trockener Haut.
Hygroskopische Materialien
Der Mensch ist umgeben von hygroskopischen Materialien, die je nach Luftfeuchte am Lagerort eine unterschiedliche Gleichgewichtsfeuchte haben: Papier, Holz (z.B. Brennholz, Bodenbeläge, Musikinstrumente), Textil, Leder, Farben, Nahrungsmittel (z.B. Kaffee, Reis), Medikamente, etc.
Etwa beim Verlegen von Bodenbelägen ist das optimale Raumklima entscheidend. Viele Parameter sollen stimmen: Raumluftfeuchte, Raumtemperatur, Temperatur Bodenbelag, Zugluft ist zu vermeiden, kleine Luftwechselrate.
Die optimale Luftfeuchte ist bei Herstellung, Lagerung und Betrieb in vielen Bereichen massgebend. Deshalb wird die geregelte Luftfeuchte (Luftbefeuchtung oder Entfeuchtung) in sehr vielfältigen Anwendungsbereichen angetroffen: Bäckereien, Schulen und Universitäten, Spitäler, Museen und Galerien, Wohnungen und Häuser, Konzertsäle und Opernhäuser, Call Center, Elektronik und Halbleiter, Käsereifung, Früchte und Gemüse, Flughäfen, Druckereien und Papier, Rechenzentren, Wasserwerke, Schwimmbäder, Kühlräume, Archive etc.
Luftbefeuchtungs-Technologien
Luftbefeuchtung ist gezieltes Einbringen von Wasser in gasförmigem Zustand mit dem Ziel, die
Luftfeuchte zu erhöhen. Es gibt drei Haupt-Technologien zur Luftbefeuchtung: Verdampfen, Verdunsten und Zerstäuben (vgl. Bild).
Die Fachleute kennen die Kriterien zur Auswahl des geeigneten Befeuchtungssystems für eine konkrete Anwendung.
Hygienische Luftbefeuchtung
Für eine hygienische Luftbefeuchtung muss Keimbildung im Luftbefeuchter und Keimeintrag in die Anlagen- bzw. in die Atemluft verhindert werden. Unabhängig vom Befeuchtungsverfahren müssen dafür die fünf Hygienekriterien erfüllt werden gemäss folgenden Regeln:
· Befeuchtungsstrecken richtig dimensionieren
· Bildung von Biofilmen unterbinden
· Eintrag von Wasser-Aerosolen verhindern
· Systemgerechte Feuchteregelung vorsehen
· Hygienenachweis aller hygienerelevanten Eigenschaften
Entfeuchtungs-Technologien
Entfeuchtung/Trocknung ist gezielter Entzug von Wasser aus der Luft mit dem Ziel, die Luftfeuchte zu reduzieren. Haupt-Technologien zur Entfeuchtung sind Kondensations-Entfeuchter (besser bei hohen Luftfeuchten und Temperaturen) und Adsorptions-Trockner.



