

Quelle: SENS
Marco Plüss/sens
Rekordhohe Entsorgung über SENS
2025 landeten in der Schweiz so viele Elektro- und Elektronikgeräte wie nie zuvor im SENS-Recyclingsystem: Pro Kopf wurden durchschnittlich 11.5 Kilogramm Altgeräte entsorgt. Das sind 3% mehr als im Vorjahr. Trotz dieses Rekords machten steigende Recyclingkosten eine Anpassung des vorgezogenen Recyclingbeitrags für Kleingeräte auf Anfang Jahr nötig. Gleichzeitig reagiert SENS eRecycling auf Anbieter, die das Finanzierungsmodell unterwandern, und verstärkt die Sensibilisierung für Kreislaufangebote.
Jede Schweizer Einwohnerin und jeder Einwohner entsorgte im vergangenen Jahr durchschnittlich 11.5 Kilogramm elektrische oder elektronische Geräte im Rücknahmesystem von SENS eRecycling. Das sind 3% mehr als im Vorjahr und total 104 751 Tonnen Elektrogeräte. Diese wurden anschliessend in den 17 Recyclingunternehmen (+1 gegenüber dem Vorjahr), die dem SENS-Netzwerk angeschlossen sind, zerlegt und rezykliert. Die durchschnittliche Recyclingquote der wiederaufbereiteten Materialien lag bei 75%.
Darüber hinaus gehören aktuell 634 öffentliche Sammelstellen (+4%) zum SENS-Netzwerk sowie 1 557 Hersteller und Importeure (+6%), welche den vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) auf ihre Produkte erheben und damit die Sammlung, den Transport sowie das Recycling finanzieren. Im Vergleich zu 2015, als insgesamt 621 Hersteller und Importeure am SENS-Netzwerk angeschlossen waren, entspricht dies einem Wachstum von über 150 Prozent in den letzten 10 Jahren.
Produkte ohne vRB
«Unser Netzwerk hat sich seit der Gründung vor über 35 Jahren stark entwickelt und zählt heute international zu den effizientesten Rücknahmesystemen», erklärt der Geschäftsführer von SENS eRecycling Pasqual Zopp. «Es beruht auf Freiwilligkeit, Solidarität und Selbstverantwortung.» Genau diese Prinzipien geraten zunehmend unter Druck, da sich immer mehr ausländische Onlinehändler, aber auch Schweizer Marktteilnehmende weigern, den vRB auf ihre Geräte zu erheben. Damit entziehen sie sich bewusst den Entsorgungskosten, die jährlich bei SENS eRecycling anfallen, und über dessen Netzwerk rund 90% der gesammelten Geräte entsorgt werden.
Darunter auch die Geräte jener Anbieter, die keinen vRB entrichten und dadurch ihre Produkte günstiger anpreisen können. Solche «Schnäppchen» verfangen auch bei den Käuferinnen und Käufern, wie die Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher im aktuellen Geschäftsbericht von SENS eRecycling darlegt: «35% der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten würden Elektrogeräte eher oder sehr wahrscheinlich im entfernten Ausland kaufen. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass bei diesen Käufen der vRB fehlt und sie dadurch das Finanzierungssystem von SENS eRecycling gefährden.»
Konkrete Massnahmen
Um die Finanzierung des Systems langfristig zu sichern, setzte SENS eRecycling im vergangenen Jahr diverse Massnahmen um: «Für die Haushaltsgrossgeräte haben wir ein neues Prognosemodell entwickelt sowie für jeden unserer Fonds neue, differenzierte Fondsgrenzen eingeführt», erklärt Geschäftsführer Pasqual Zopp.
Weiter hat SENS eRecycling die Einflussgrössen auf den Kleingerätefonds analysiert und auf den 1. Januar 2026 erstmals den vRB für diese Gerätekategorie erhöht. «Höhere Entsorgungskosten durch die steigende Miniaturisierung und Komplexität der Geräte, ein erhöhtes Brandrisiko durch die Zunahme an Lithium-Ionen-Akkus sowie sinkende Wertstoffausbeuten bei gleichzeitig steigenden Lohn-, Treibstoff- und Energiekosten machten diese Anpassung notwendig», so Zopp.
Kreislauflösungen
In der Sensibilisierungsarbeit lieferte eine von SENS eRecycling in Auftrag gegebene Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) vertiefte Erkenntnisse, wie durch eine bessere Information die Kreislaufangebote Reparatur, Weiterverkauf und Recycling gesteigert werden können. Auch die Kommunikation rund um das fachgerechte E-Zigaretten-Recycling hat SENS eRecycling im vergangenen Jahr intensiviert. Die Sammelquote stieg von 16% (2024) auf 28% (2025).
Nach eineinhalb Jahren Projektarbeit legte SENS eRecycling im Berichtsjahr zudem die gemeinsam mit Swissolar und der Berner Fachhochschule erarbeiteten Grundlagen für die Wiederverwendung von Photovoltaikmodulen vor. Diese zeigen, dass die Wiederverwendung ökologisch klare Vorteile bringt, wirtschaftlich aber die Rentabilität aufgrund der niedrigen Preise für Neumodule eine Herausforderung darstellt.



